Zoll- & Anna-Ebert-Brücke

Die Anna-Ebert-Brücke

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Die Anna-Ebert-Brücke

Direkt an die "Westseite" des Heumarkts schließt sich - wie schon gesagt, in einem topographischen Kompromiß - die Anna-Ebert-Brücke an. Diese ist 1883 erstmals von der Magdeburger Trambahn AG durch die Pferdebahn befahren worden. Auch bei ihr mußte ein Kompromiß in der Bauwerkslänge eingegangen werden, der jedoch im Eindruck des Gesamtbauwerks nicht einmal "eingeborenen" und besonders kritischen Magdeburgern auffällt - aber wer die Brücke täglich benutzt, zählt ihre Bögen nicht! Auch die Brücke hat einen erstmaligen Versuch zum Inhalt. Sie besitzt nämlich bis zur Brückenmitte einen leichten Anstieg, den so mancher "Vereinsgenosse" zunächst angesichts seiner Fahrzeuge mit Argwohn betrachtete. Dieser konnte allerdings recht schnell ausgeräumt werden und wurde durch lächelnde Gesichter ersetzt, die ein Tatra-Großzug oder ein Altbau-Doppelzug beim Queren der Brücke hinterläßt. Das rege Badeleben in den Uferbereichen der Alten Elbe, wandelt dem gekonnten Betrachter des Stillebens das Gesicht vom Lächeln zum Grinsen. So mancher stellt sich wohl die Frage, warum die Preiserlein beim Schadstoffgehalt der Elbe noch Hautfarbe oder gar Textilien am Körper tragen, schreiben wir doch unser Datum mit einer endenden 60. Aber unter Ulbricht gab es ja noch mehr als später und vielleicht konnte man anno dazumal noch in der Elbe baden?

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Die Zollbrücke

Die Zollbrücke

Das Modul Zollbrücke beinhaltet die kleinere der beiden stilgleichen Brücken. Auch auf diesem Anlagenteil steht noch die Brücke im Vordergrund, denn ein Zollhaus (nach dem bis heute auch die gleichnamige Haltestelle benannt ist) muß noch gebaut werden. Den Mittelpunkt bildet aber die breite Einfallstraße in den Werder, die Mittelstraße. Sie wurde bis zum Anfang der 30er Jahre noch von der Linie 7 befahren. In unserem Zustand ist - nicht ganz nach Vorbild - noch ein Rest des Abzweigs in die Mittelstraße vorhanden, auf dem des öfteren auch mal ein Arbeitswagen geparkt werden kann. In der Realität sind die auf dem Werder noch bis 1945 befahrbaren Gleise nach dem Krieg ausgebaut und zum Wiederaufbau wichtigerer Strecken verwendet worden. Auf der Südseite findet sich die Einfahrt in den Stadtpark Rotehorn, auf der gerade ein ganz neu beschafftes Traktorengespann des VEB Grünanlagen dabei ist, abgemähten Rasen abzufahren. Die Zollbrücke überspannt ihrerseits die Verbindung vom Zollhafen in den sogenannten Winterhafen.

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Ehem. Abzweig zum Werder (im Abbruch)