Informationen der Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

Ausgabe Nr. 04/2018   •   www.msf-ev.de   •   Gotha-Triebwagen in Tabarz

Alles Gotha … oder was?
Endlich haben wir Frühling, auch wenn die lang ersehnte Jahreszeit leider in diesem Jahr bisher etwas auf sich warten ließ. Wiederholte Schneefälle, teilweise gepaart mit gefühlter sibirischer Kälte, wie wir sie sonst eher im Januar oder Februar erwarten, haben uns im Monat März einmal mehr vor Augen geführt, dass der Winter auch in unseren Flachlandregionen zuweilen recht langwierig und zählebig sein kann. Auch das Osterwochenende ließ mit einem Mix aus Sonnenschein und nasskaltem Nieselregen, der teilweise in Schnee überging, nicht unbedingt Frühlingsgefühle aufkommen.
Ungeachtet dessen werden aber die Tage schon wieder merklich länger und auch die Sonne lässt sich schon wieder einmal über längere Phasen blicken. Auch die von vielen als störend und völlig sinnlos empfundene alljährliche Uhrenumstellung am letzten Märzwochenende beschert uns zumindest in den Abendstunden längeres Tageslicht, was wir im Umkehrschluss auch dankbar registrieren.
Nicht zuletzt ist diese Jahreszeit auch für viele Straßenbahnvereine und Hobbystraßenbahner ein willkommener Anlass, um mit den liebevoll gepflegten Oldtimern nach einer langen Winterpause zu Fahrten in den Frühling einzuladen, wie auch am letzten März-Sonntag bei der Thüringerwald- und Straßenbahn Gotha, wo gleich ein ganzer Konvoi von Fahrzeugen der legendären gleichnamigen Bauart „Gotha“ auf Strecke in Richtung Tabarz ging. Stefan Naedler hat uns dazu eine Auswahl wunderschöner Fotos übermittelt, die wir an dieser Stelle auch unseren Lesern nicht vorenthalten wollen, um somit alle Freunde der großen und kleinen Straßenbahn schon einmal ein wenig auf die beginnende wärmere Jahreszeit einzustimmen.


Neben „Gotha“-Prototyp Tw. 43 / Bw. 93 (Typ ET/EB 57) und „Gotha“-Nachbau Tw. 37 (Typ T2D - siehe auch Titelfoto) war außerdem „Gotha“-Vorläufer Tw. 39 (Typ ET 55) mit von der Partie, wo es am Endpunkt Tabarz auch ausreichend Gelegenheit für die Fotofreunde gab. Auch ein Pkw „Trabant“ hatte sich hier (rein zufällig?) mit ins Bild gemischt. „Gotha“-Gelenktriebwagen Nr. 215 war dagegen dieses Mal nur auf dem Freigelände im Betriebshof zu bestaunen.

Während es den ET 55 nur in 5 Exemplaren und auch nur bei der Straßenbahn Gotha gab, wurde der Nachfolger T2D (bzw. B2D) in den Jahren 1967/68 in recht großen Stückzahlen bei Č KD Praha nachgebaut, wobei fast alle Fahrzeuge zunächst nach Halle a. d. Saale gelangten, um anschließend auf die damalige Republik verteilt zu werden. Daneben erhielt aber auch die Straßenbahn Gotha vier Triebwagen direkt vom Herstellerwerk (Tw. 34 bis 37), die hier bis in die 90er Jahre vornehmlich auf den Stadtlinien 1 und 2 zum Einsatz kamen. Tw. 37 gelangte später zunächst als Mehrzwecktriebwagen in das benachbarte Erfurt und erhielt dort die Betriebsnummer 3 sowie auch seine heutige blaue Bauchbinde. Für seinen geplanten Gasteinsatz in seiner alten Heimat Gotha hatten findige Straßenbahnfreunde dabei schnell´ mal hinter die „3“ noch eine „7“ geklebt, um ihm somit auch seine alte Nummer zumindest für kurze Zeit wieder zu geben. (CR)

Jahreshauptversammlung 2018
Da die nächste Neuwahl des Vorstandes planmäßig erst 2019 ansteht, wurden zu unserer diesjährigen Mitgliederversammlung am 09. Februar schwerpunktmäßig nur die Entgegenahme der obligatorischen Geschäfts-, Kassen- und Kassenprüfungsberichte sowie die Entlastung des Vorstandes für das zurückliegende Geschäftsjahr auf die Tagesordnung gesetzt. Dazu gab es erwartungsgemäß auch einhellige Zustimmung sowie keine nennenswerten Einwände oder Ergänzungen. Dank einer ausgeglichenen Haushalts- und Finanzlage besteht aktuell auch keine Notwendigkeit zu einer erneuten Beitragsanpassung, so dass die gegenwärtigen Beitragssätze weiterhin Bestand haben; (siehe auch Hinweise auf der letzten Seite).
Diskutiert wurde an dieser Stelle lediglich die Frage, ob man eventuell für die Zahlung der Mitgliedsbeiträge künftig einen Einzug per Lastschriftverfahren favorisieren sollte, um somit den Zahlungsverkehr zu vereinfachen. Als Kassenprüfer für das neue Geschäftsjahr wurden Jürgen Puchert und Rainer Schinkel bestellt. Die Versammlung dankte zuvor Anne und Klaus Eimer für ihren langjährigen Einsatz, die aus Alters- und Gesundheitsgründen darum gebeten hatten, von der jährlichen Weihnachtspost sowie von Aufgaben der Kassenprüfung und dgl. künftig entbunden zu werden.
Ferner ist künftig beim Bau privater Anlagenteile in den Vereinsräumen die ausdrückliche Zustimmung beider Vorstände (Eisenbahn- und Straßenbahnfreunde) erforderlich und eine verbindliche persönliche Erklärung zur zeitnahen Fertigstellung solcher Anlagenteile sowie zum geplanten späteren Verbleib derselben abzugeben. Damit wollen wir keineswegs die Initiativen unserer Mitglieder ausbremsen. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass es in Anbetracht der sehr beengten räumlichen Verhältnisse nicht länger hinnehmbar ist, wenn Arbeits- und Lagerflächen oft über Wochen oder Monate hinweg durch sog. „ewige Baustellen“ blockiert werden, womit die regelmäßige Arbeit unserer aktiven Mitglieder behindert wird. Die Magdeburger Eisenbahnfreunde müssen dazu allerdings noch einen gleichlautenden Beschluss fassen. (CR)

Licht am Ende des Tunnels
In den 60er Jahren kam es häufig vor, dass Arbeitswagen in ihren Betriebspausen für längere Zeit auf dem Alten Markt abgestellt wurden. Auch mein Schulfreund Bernd hatte mich etwa 1968 einmal an dieser Stelle vor einem solchen Wagen abgelichtet - nur schade, dass ich dieses Bild heute leider nicht mehr finden kann. Dass ausgerechnet auch der bekannte Schauspieler Jaecki Schwarz ein solches Motiv für ein Erinnerungsfoto wählte, ist unter den gegebenen Umständen ohne Frage eine nicht alltägliche Überraschung. War er vielleicht auch selbst ein Straßenbahnfan?

Nach der kürzlichen Wiederinbetriebnahme der Gleise 6 bis 8 und der gleichzeitigen Sperrung der Gleise 1 bis 5 dauerte es auf dem Magdeburger Hauptbahnhof nur wenige Tage, bis auch die letzten fünf alten Brückenüberbauten aus der Kaiserzeit im Zuge der Ernst-Reuter-Allee Geschichte waren, nach dem hier ein Spezialbagger mit einer Greif- und Schneidezange ganze Arbeit geleistet hatte. Somit besteht nun seit Mitte März auch Baufreiheit für das Einbringen der restlichen Großbohrpfähle sowie für die durchgehende Herstellung der Tunneldecke. Da die neuen Brücken mit Hilfe von Betonfertigteilen errichtet werden, sollen auch die Brückenbauarbeiten bis zum August endgültig abgeschlossen sein. Der Erdaushub für den Tunnel in der sog. „Minus-1-Ebene“ kann dann (bis auf den Engstellenbereich zwischen Bahnhofstraße und Kreuzung „Weinarkade“) weitgehend unabhängig vom Oberflächenverkehr erfolgen, womit in diesem Zusammenhang ab August auch Baufreiheit für die neue Gleistrasse oberhalb der Tunneldecke besteht.
Die Aussage, dass bereits ab Herbst 2018 zwischen Bahnhofstraße und Damaschkeplatz wieder durchgängig Straßenbahnen fahren sollen, erscheint allerdings unabhängig aller Beschleunigungsmaßnahmen (u. a. „Bauen rund um die Uhr“ sowie Einsatz zusätzlicher Bohrtechnik) auch für Insider der Materie an dieser Stelle recht „sportlich“. Da man sich wohl kaum noch einmal längere Totalsperrungen leisten kann, müssen alle Gleisanlagen einschl. der Anschlussweichen am Gleisdreieck Bahnhofstraße sowie am geplanten Gleisviereck Damaschkeplatz bereits in ihrer künftigen Endlage errichtet werden. Dies betrifft nicht zuletzt auch die vorbereitenden Maßnahmen für die Ausfädelung der Straßenbahnneubaustrecke in Richtung Neustädter Feld und Kannenstieg.
Ungeachtet der Tunnelbaustelle sollen mit dem neuen Gleisviereck Leipziger Straße / Raiffeisenstraße und der bereits seit längerer Zeit angekündigten Gleiserneuerung im Nordabschnitt Breiter Weg zeitgleich weitere Parallelmaßnahmen umgesetzt werden, wobei der Schwerpunkt dabei in den großen Sommerferien liegen soll. Hinter dem Breiten Weg steht allerdings noch ein Fragezeichen, da wegen den Einschränkungen auf der Anna-Ebert-Brücke der sog. „Brückenring“ als Umleiterstrecke in Richtung Norden nur bedingt zur Verfügung steht. (CR)


Beitragszahlungen

Für alle Mitglieder, die es möglicherweise bisher versäumt haben, ihren Mitgliedsbeitrag fristgemäß bis zum 31.03. zu überweisen, an dieser Stelle nochmals die Bitte, dieser Zahlungspflicht umgehend nachzukommen, wobei auch für das Jahr 2018 die folgenden Beitragssätze für unsere Mitglieder gelten:

Vollzahler (Berufstätige, Arbeitssuchende)  96,00 € im Jahr (monatlich 8,00 €)
Halbzahler (Rentner, Schüler, AZUBI´s) 48,00 € im Jahr (monatlich 4,00 €).

Bitte den Mitgliedsbeitrag auf unser Vereinskonto überweisen. Bargeldzahlungen sind ausgeschlossen.
Ratenzahlungen (z.B. halb- oder vierteljährlich) sind grundsätzlich möglich, aber bitte zuvor mit dem Vorstand abzustimmen.

Bankverbindung: Sparda-Bank Berlin eG
IBAN: DE89 1209 6597 0008 0966 94
BIC: GENODEF1S10
Verwendungszweck: Mitgliedsbeitrag 2018

Termine 2018

02./03.06. Familienfest Eisenbahnfreunde
09./10.06. Kleine Bahn / ganz Groß Dresden
15.06. Vereinsabend MSF e. V. – Leo´s Schlemmerimbiss
27./29.07. Straßenbahnmuseum Skjoldenæsholm Dänemark
10.08. Vereinsabend MSF e. V. – Leo´s Schlemmerimbiss
05.10 . Vereinsabend MSF e. V. – Leo´s Schlemmerimbiss
12/14.10. Magdeburger Modellbahnausstellung
14.12. Vereinsabend MSF e. V. – Leo´s Schlemmerimbiss (optional)
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Fett - Veranstaltungen mit vsl. Teilnahme der Magdeburger Straßenbahnfreunde.


Arbeitstage in unserem Vereinsobjekt Walbecker Straße 54

Unsere Arbeitstage in unserem Vereinsobjekt finden regelmäßig am Sonnabend ab 14.00 Uhr statt. Änderungen bei Veranstaltungen sowie an Feiertagswochenenden sind vorbehalten.

Ansprechpartner:

  • Michael Menz Tel.: 0391/ 731 58 81 oder 0171/ 622 52 85
  • Michael Götze Tel.: 0152/ 025 80 649
  • Marco Dankel Tel.: 0151/ 424 30 567

Das Infoblatt erscheint im Auftrag des Vorstandes der Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

Redaktion: Christoph Rudhard, Tel.: 0531 704 3255 (tagsüber in Braunschweig).
Textbeiträge: Christoph Rudhard (CR)
Layout und Druck des Vereinsblattes: Michael Menz
Layout der Internetseiten: Andreas Kanter